Ein Licht wie Tag und Nacht

Im Original: “Twilight” – von Chester Pierce Munroe – aus: The Conservative, Vol. II, No. III (1916)

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Zuhause ist, wo der Dämon es will

Im Original: Fungi from Yuggoth – V. Homecoming (1929/30) – von H. P. Lovecraft

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Der Namenlose zwischen Eichen

Im Original: Fungi from Yuggoth – IV. Recognition (1929/30) – von H. P. Lovecraft

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Aufschluss. Reiche. Worte.

Im Original: Fungi from Yuggoth – III. The Key (1929/30) – von H. P. Lovecraft

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Vom Nebel in den Dunst getrieben

Im Original: Fungi from Yuggoth – II. Pursuit (1929/30) – von H. P. Lovecraft

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

In der Fäule liegt der Foliant

Im Original: Fungi from Yuggoth – I. The Book (1929/30) – von H. P. Lovecraft

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Der Sterne Überschwang

Im Original: The Star-Treader (1912) – Teil I – von Clark Ashton Smith

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Eine Stimme schrie zum Anbeginn der Träume,
Sprach: „Beeil’ Dich: das Geweb’ aus Tod und Leben
Ist hinfortgefegt, und jede Erdenstrebe
Bricht entzwei; es schimmern in die Räume
Deine altbewährten Sternenpfade,
Deren Flammen in Dir glühen;
Tiefe, unveränderliche Gründe ziehen
Voll der Dunkelschwaden
Sich durch alle Deine Phantasien.
Schreite unversehrt voran ins Glänzen
Jener Sterne, die Du lange Zeit schon kennst; und
Dringe furchtlos in die Weiten,
Die Dich nie verschlangen in vergang’nen Zeiten.
Eine Hand wird deren Ketten sprengen,
Dir die Pforten durch die Jahre weisen;
Bindungen aus Erdenglück und Tränen reißen,
Und Dein Traum eröffnet sich den Überschwängen“

Woher kein Reisender mehr wiederkehrt

Der Daseinsmonolog des Hamlet – First Folio (1623) – von William Shakespeare

 – aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Dasein oder Nichtmehrsein, das ist die Frage;
Was wohl edler’n Eindruck macht: Der Habgier Schlinge
Und des unverschämten Reichtums Pfeil erleiden
Oder mit den Waffen in ein Meer aus Qualen,
Um sie auszumerzen, schreiten: Sterben, Schlafen
Und sonst nichts; und schließlich mit dem Schlaf besiegen:
Herzensschmerz und tausendfach’ Erschütterungen,
Derer sich ein Leibe qlt? Vollendung ist es,
Nach der Jeder sehnlich strebt. Nach Sterben, Schlafen;
Schlaf ist die Gelegenheit zum Traum: Das ist es;
Was in diesem Todesschlaf an Träumen käme,
Wenn die Wirrungen der Sterblichkeit wir lösten,
Muss uns Einhalt geben. Liegt nicht darin jener
Grund des Unglücks eines hohen Lebensalters:
Denn wer nähme hin des Lebens Spott und Peitschen,
Unterdrückung und der armen Menschen Schmähung,
Schmerz verfehlter Liebe und des Rechts Verschleppung,
Unverfrorenheit der Ämter und Verachtung
Jener nur mit schlichtem Fleiß erbrachter Taten,
Wenn sich Todesstöße einfach setzen ließen
Mit der schlichten Nadel? Warum Bündel tragen,
Keuchend, schwitzend und des Lebens überdrüssig;
Eigentlich doch nur aus Furcht vor Jenseitsfragen,
Dass das ferne, unentdeckte Land, woher kein
Reisender mehr wiederkehrt, den Geist uns martert
Und uns lieber lässt bekannte Qual erleiden
Statt hinein in ungewisse Sphären schreiten.
Dies’ Gewissen mehrt die Feigheit in uns allen,
Lässt die reich gefärbte Urgewalt der Tatkraft
Siechen in der Bleiche des Gedankentreibens,
Unternehmungen mit größtem Schwung im Marke
Dementsprechend aus der Schaffensbahn geraten
Und verlieren jeden Drang. Erbarm’ Dich meiner,
Liebliche Ophelia? – Nymphe, Dein Gebet soll
Jeder meiner Sünden mahnen.

Neptunwacht

Ein FHTAGN-Gedicht

– von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Zorn entbrennt im blauen Himmelsmeer:
Tag bricht an!
Unerbittlich wächst das Zahlenheer:
Nächtelang!

Ferner Stern schenkt Dir ein Fünkchen Glut:
Nimmst es an!
Gierst danach und stürmst doch wild vor Wut:
Lebenslang!

Flog hinaus in Deinen schroffen Schoß:
Hielt nie an!
Schmähte stets des Erdenlebens Los:
Forscherdrang!

Sah Dich wachsen, Tag um Stund’ und Jahr:
Sieh Dich an!
Gleichsam stolz und zart bist Du mir nah:
Minnesang!

Flieg doch auch hinaus und eile fort:
Bahn um Bahn!
Folge Dir in ferner Welten Hort:
Übergang …

In verwürmten Tiefen

Im Original: The Kraken – aus: Poems, Chiefly Lyrical (1830) – von Alfred, Lord Tennyson

– aus dem Englischen neuübersetzt von Stefan Zimmermann – Licensed under CC BY-NC 4.0

Unter Groll und Donner tiefer Flutentracht;
Weit darunter! In dem abgrundtiefen Meere,
Traumlos, unberührt, in ewig während Nacht
Schläft der Kraken: Um ihn völlig lichterleere,
Finstre Schattenwelt; darüber üppig schwillt
Ein Morast, seit tausend Jahren aufgehäuft;
Weit hinaus! In jämmerliches Licht verläuft,
Wundersamen Höhlen insgeheim entquillt
Wirres Werk aus ungeheuren Wucherungen,
Die mit Riesenarmen grüne Schwaden stricken.
Seit Äonen liegt er da, und seine Zungen
Laben sich an Seegewürm – Indes er ruht,
Bis die Tiefen brodeln in der letzten Glut;
Und dann wird er unter Mensch und Engels Blicken
Dröhnend sich erheben und vom letzten Tag verschlungen.